Fußbodenheizung an der Decke

Fußboden Heizung mal anders

Jeder der keine Fußbodenheizung im Bad hat kennt es. Man tritt aus der gemütlichen warmen Dusche nach draußen und trotz Handtuch auf dem Boden fühlt sich der Moment wenn die Füße auf den kalten Boden treffen so an, als würde man auf ein Stück Eis treten. Auch wenn der restliche Raum schön durchgeheizt ist führt ein Stein oder Fliesenboden dazu, dass sich keine rechte Wohlfühltemperatur in solchen Räumen finden lässt. Natürlich helfen hierbei Hausschuhe, doch direkt aus der Dusche nach draußen sind diese doch eher unpraktisch. Natürlich werden die Hipster Menschen unter euch die vielleicht auf diese Seite finden nun sagen -„?! häh?“ – doch für Menschen die Hosen bis über die Knöchel tragen fühlt sich Kälte von unten eher nicht so toll an…

Ähnlich war die Situation in unserem „neuen“ Haus und so wurde der Wunsch hier eine Fußbodenheizung zu haben vor allem im Winter doch immer stärker. Leider war in unserem Fall das Bad erst kurz vor Hauskauf vom Vorbesitzer neu gemacht – d.h. neue Fließen, neue Dusche, Badewanne etc – so dass ein „rausreißen“ der Einrichtung nicht so richtig clever gewesen wäre. Da bei uns der Raum unterm Bad noch im Rohbauzustand war und dieser auch eine Betondecke besitzt, kam mir die Idee man könnte die Fußbodenheizung vielleicht unter die Decke machen. Natürlich werden Heizungsbauer sagen, dass dies totaler Pfusch ist und man das niemals nicht machen kann – zum Glück bin ich kein Heizungsbauer und damit ist mir die Meinung dazu auch egal – allerdings findet man im Internet dadurch auch nahezu keine Anleitungen oder Hinweise, ob das ganze funktioniert oder nicht.  Nach meinen Recherchen über Fußbodenheizung und die Dicke des Estrichs darüber fand ich raus, dass diese wohl meist um die 5cm beträgt – meine Decke (das habe ich gemessen weil wir ohnehin einen Handtuchheizkörper im Bad nachgerüstet haben und damit durch die Decke bohren mussten) beträgt ca. 9cm – ist also fast doppelt so dick wie das was normal über den Heizschlangen liegt. Es galt also, das ganze einfach zu versuchen.

Wie bereits erwähnt wurde ohnehin ein neuer Heizkörper im Bad eingebaut, d.h. das Wasser im System musste abgelassen werden wodurch dieser Schritt schon mal erledigt war. Mein Vater hatte noch eine ganze Rolle 14er Heizschläuche liegen – also wurden diese Kurzerhand unter die Decke verlegt und zwar etwa so:

Heizschläuche unter der Decke

Damit die Wärme sich besser verteilen kann hatte ich im Vorhinein schon alte Belche gesammelt, die zur besseren Verteilung unter die Traglattung verlegt wurden. Im Anschluss alles zusammenschließen. Damit die Wärme auch nach oben und nicht nach unten steigt wurde die Decke von unten abgedämmt und mit Platten verschlossen.

 

geschlossene Decke

Da ohnehin geplant war die Decke zu einem späteren Zeitpunkt noch abzuhängen, war das auch kein Problem.

Natürlich hatte ich vor Einbau die Bodentemperatur mit so einem Infrarotmessgerät gemessen – vor Einbau des Systems gab es ca 18-19Grad am Boden, mit dem System kommt es auf ca 24-25 Grad (je nach Messpunkt natürlich auch weniger). Natürlich reichen diese 25 Grad Bodentemperatur nicht aus, um das Bad komplett zu erwärmen – was aber auch nicht das Ziel des ganzen war – zur Steigerung der Wohlfühltemperatur machen die 5 Grad aber einen extrem großen Unterschied aus.

Auch wenn es also sicher nicht die optimalste oder gar Energiesparendste Technik ist, kann ich das ganze trotzdem empfehlen. Wir haben das System inzwischen den 3. Winter aktiv und keine Probleme. Der Handtuchheizkörper ist dabei immer voll aufgedreht, über den zweiten Wandheizkörper im Bad wird quasi die Raumtemperatur gesteuert.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.