Eternitplatten Alt vs Neu

Heute möchte ich euch zum Tag der Deutschen Einheit einen kurzen Überblick über meine Erfahrungen mit Eternitplatten geben. An vielen alten Häusern sieht man immer noch meist hässliche graue Eternitplatten aus den 60ziger und 70ziger Jahren. Auch an meinem Haus sind die beiden Wetterseiten mit dieser Art der Platten eingesäumt. Die Platten wurden bei mir ca. 1969 installiert – das weiß ich von der Demontage einiger Platten am Aufdruck hinten. Obwohl die Platten optisch nicht so in die heutige Welt passen, sind sie doch ungemein praktisch und bieten als Vorhangfassade einen ziemlich guten Wetterschutz. Leider haben die Platten die bis Anfang der 1990ziger Jahre verbaut wurden den großen Nachteil, dass hier Asbest verwendet wurde, welches bekanntlich nicht die „besten“ Gesundheitseigenschaften mit sich bringt. Vermutlich auch aus dem Grund sieht man im Neubau heute Eternit eher selten in der Fassadengestaltung – obwohl bereits seit Anfang der 1990ziger Jahre kein Asbest mehr in der Herstellung verwendet wurde und die Platten damit „sauber“ sind.

Abriss Mehllager stellt uns vor das Problem – was mit der Fassade?!

Bild Mehllager
Abriss Mehllager

Wie bereits geschrieben sind meine Platten allerdings nicht von „heute“, so dass hier auf jeden Fall noch Asbest zum Einsatz kam. Vor ca. 2 Jahren haben wir einen Anbau abgerissen, und standen danach dann vor der großen Frage was wir mit der dann „Halbverkleideten“ Fassade anfangen sollen. Ein Angebot eines hier ansässigen Bauunternehmens für die Giebelseite mit Vollwärmeschutz/ neuem Putz belief sich auf ca. 9000,-EUR – damit war klar, es muss eine andere Lösung her. Interessanter Weise stellt die Firma Eternit auch heute noch eine sehr ähnliche Platte her, wie die die bereits 1969 bei mir verbaut wurden. Leider hat sich das Mass ein wenig geändert, nämlich von original 62x31cm auf 60x30cm. Da die Platten aber ohnehin eine gewisse Überdeckung haben

Fassade nach Abriss Mehllager

lässt sich dieses Problem relativ gut ausgleichen. Was allerdings ein gewisses Problem darstellt ist die Tatsache, dass die Platten früher strukturiert waren und heute glatt sind. Stückelt man die Platten aneinander, dann hat man optisch einen ganz klaren Unterschied, was vor allem bei der Reparatur von Einzelplatten (bspw. beim Einbau von neuen Fenstern) zu einem klaren „Nogo“ führt. 

Es galt also eine Lösung zu finden, wie man Struktur auf die glatten Platten bekommt, so etwas wie eine Art „Putz“. Die Lösung dafür fand ich im Farbenfachhandel und nennt sich RissgrundDieser ist eigentlich dafür gedacht bei kleineren Rissen in Fassaden diese auszugleichen – man kann ihn aber auch prima verwenden um auf glatten Flächen eine Struktur aufzubringen. Dazu wurden die Eternitplatten im ersten Schritt grundiert, dann mit Rissgrund gestrichen und im Anschluss in den no

ch nassen Rissgrund mit einem Kamm ein Muster gezogen. Anschließend wurden die Platten mit Fassadenfarbe gestrichen und auf eine neue Unterkonstruktion montiert. Das Resultat sieht in etwa so aus: Oben die nicht behandelte Platte, unten die Platte mit Grundierung + Rissgrund:

Eternitplatte neu
Eternitplatte mit Rissgrund

Zur Montage sollen laut Herstellerangabe übrigens Nägel verwendet werden. Leider ist das allein ein Ding der Unmöglichkeit, denn man kann nicht Platte, Hammer und Nagel gleichzeitig halten. Ich habe daher alle meine neuen Platten geschraubt. Dafür kann man Spax Fassadenschrauben recht gut nutzen. Es gibt sicher auch andere Hersteller – doch meine Erfahrung mit der Schraube waren sehr positiv. Ich habe jetzt nach 2 Jahren für die Außenrolladen noch mal einige Platten abschrauben müssen und trotz Farbe drüber ging das problemlos. Das Resultat, verbaut am Haus sieht übrigens so aus:

Fassade alte und neue Paltten nebeneinander

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